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Thomas Domres

Erfolge bei der Förderung von Niederdeutsch

Aus Anlass der Unterzeichnung der Vereinbarung der Landesregierung mit dem Verein für Niederdeutsch in Brandenburg e.V. und den Vertreterinnen Brandenburgs im Bundesrat für Niederdeutsch erklären die Prignitzer Abgeordneten Kirsten Tackmann (MdB) und Thomas Domres (MdL):

In den vergangenen Jahren haben sich die Linksfraktionen im Brandenburger Landtag und im Deutschen Bundestag für bessere Rahmenbedingungen zum Erhalt und die Pflege des Niederdeutschen in Brandenburg eingesetzt. Mit der gestern am späten Nachmittag unterzeichneten Vereinbarung wurde nun ein weiterer wichtiger Schritt getan.

Kirsten Tackmann (MdB) dazu: „Das wichtige Anliegen und das unermüdliche Engagement des Vereins für Niederdeutsch hat DIE LINKE von Anfang an unterstützt. Unter anderem mit zwei regionalen Parlamentarischen Runden Tischen in Wittstock und einer gut besuchten Diskussionsveranstaltung im Brandenburger Landtag. Wir wissen, es geht um sehr viel mehr als Brauchtumspflege, es geht um die (Wieder-)Verortung einer hier seit Jahrhunderten beheimateten Sprache im Alltag. Das Land kann dafür eine Menge tun, das haben einige Ministerien bereits unter Beweis gestellt. So hat z.B. das MASGF die Bemühungen des Vereins um die Nutzung von Niederdeutsch bei Pflege und Betreuung unterstützt – denn es ist bekannt, dass niederdeutsche Muttersprachlerinnen und -sprachler mit demenziellen Erkrankungen sehr viel länger über diese Sprache erreichbar bleiben.“

Und Thomas Domres (MdL) ergänzt: „Gemeinsam mit seinen nationalen und Sprachminderheiten hat Rot-Rot seit 2009 die Bedingungen für die Regional- und Minderheitensprachen in unserem Land grundlegend verbessert. Mit der Vereinbarung zu Niederdeutsch wurde nun der politische Wille dokumentiert, die Sprecher*innengruppe besonders beim Sprachgebrauch und der Sprachweitergabe zu unterstützen. Wenn es um Sprache geht, ist zweifelsohne das Bildungsministerium besonders gefragt. Aber auch andere Ressorts können (und müssen) aktiv werden, wenn es um die Umsetzung der Europäischen Sprachencharta in den Bereichen Justiz, Verwaltung und öffentliche Dienstleistungen, Medien und Kultur geht.“

Zum Hintergrund: Morgen (Mittwoch) ist der „Internationale Tag der Muttersprache“, der auf Vorschlag der UNESCO alljährlich begangen wird. Die niederdeutsche Sprache (Platt) ist – neben dem Hochdeutschen – eine eigenständige Sprache. Sie ist im heutigen Land Brandenburg seit Jahrhunderten beheimatet und wird seit Generationen vor allem mündlich weitergegeben. Das traditionelle Sprachgebiet in Brandenburg reicht vom Oderbruch über den Barnim, die Uckermark, das Ruppiner Land, die Prignitz, das Havelland und die Mittelmark bis in den Fläming. Vor diesem Hintergrund ist Niederdeutsch für das Territorium Brandenburgs als Regionalsprache anerkannt und durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen geschützt. Die Formen, in denen Platt in Brandenburg lebendig ist, sind mannigfaltig, die Probleme, mit denen sich die Sprecher*innen im Alltag vor allem im Ehrenamt herumschlagen müssen, nicht gering. Vor diesem Hintergrund hat der Landtag mit dem Beschluss „Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt in Brandenburg ausbauen“ (Drucksache 6/1902) Mitte 2015 die Landesregierung beauftragt, mit Verbänden und Vereinen, die sich der Verbreitung, Pflege und Revitalisierung der Regionalsprache Niederdeutsch widmen, konzeptionelle Eckpunkte zur weiteren Arbeit im Sinne des Grundsatzpapiers „Charta-Sprachen in Deutschland – gemeinsame Verantwortung“ zu entwickeln. In diesem Papier hatten Vertreter*innen der Minderheiten sowie Vertreter*innen des Bundes und der Länder im Herbst 2014 Grundsätze für eine Minderheitenpolitik in der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben:

• Die Anerkennung der MEHRSPRACHIGKEIT UND SPRACHENVIELFALT IN EUROPA - die Charta-Sprachen in Deutschland bedürfen des Schutzes und der Förderung.

• das RECHT AUF IHRE EIGENE SPRACHE - der Gebrauch der Minderheiten- und Regionalsprachen ist wesentliche Voraussetzung für die Bewahrung und Förderung der eigenen Identität.

• Sprachenpolitik als GESAMTGESELLSCHAFTLICHE AUFGABE - für sie trägt auch die Mehrheitsbevölkerung Verantwortung.

An der Umsetzung dieser Grundsätze arbeitet die Koalition:

2014 wurde das neue Sorben/Wenden-Gesetz beschlossen und 2016 der Erste Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache in Kraft gesetzt. Gestern wurde die Vereinbarung der Landesregierung mit den Sprecher* innen der Regionalsprache Niederdeutsch unterzeichnet. In den nächsten Monaten wird die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg folgen.

Weitere Informationen unter: www.platt-in-brandenburg.de


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